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Burn-Out: Wenn der Druck zu viel wird

Pressemitteilung   •   Okt 07, 2013 15:50 CEST

Bad Wildungen, 7. Oktober 2013. „Überall nur Druck!“, „Ich schaffe das nicht mehr!“, „Mein Akku ist total leer!“ – Kommen Ihnen solche Aussagen vertraut vor? Sie sind damit nicht alleine. „Überforderung, Gehetzt-Sein und Anspannung bis hin zu Frustration, Resignation, Niedergeschlagenheit und Reizbarkeit sind zunehmende Phänomene unserer Gesellschaft“, erklärt Dr. Michael Unger, Chefarzt der Fachklinik für Psychosomatik und Psychotherapie und der Klinik für Akutpsychosomatik der MediClin am Hahnberg. „In der heutigen Zeit ist Beschleunigung gefordert: Wirtschaft muss wachsen, Arbeit muss effektiver werden, Zeitfenster für Arbeitsergebnisse werden enger, Informationsmengen überfluten uns.“

Rechtzeitig aktiv gegensteuern

Zwar sind in den Industrieländern die körperlichen Belastungen in der Arbeitswelt dank verbesserten Abläufen und technischen Hilfsmitteln erheblich gesunken. Gleichzeitig haben sich aber die Arbeitsprozesse verdichtet. Das schnelle und zeitgleiche Bearbeiten vieler Aufgaben prägt die Arbeit in vielen Bereichen. Das Resultat: „In den letzten 20 Jahren hat sich zwar die Quote der Arbeitsunfähigkeiten nicht verändert – der Anteil psychisch bedingter Arbeitsunfähigkeit hat sich aber nahezu verdoppelt.“

Im privaten Bereich gibt es durch die rasante Weiterentwicklung der neuen Medien eine ähnliche Tendenz. Internet und Handy ermöglichen uns einerseits neue Formen der Kommunikation und den schnellen Zugriff auf unendlich viele Informationen. Hierdurch entsteht aber auch neuer Druck. Wir sind allzeit erreichbar und werden permanent mit Informationen überhäuft.

„Es gibt heute eine berufliche und private Reizüberflutung“, erklärt Unger. Das macht eine aktive Steuerung notwendig: Informationen und Anforderungen sollten nach Wichtigkeit sortiert und Überflüssiges vermieden werden. „Privat kann es sinnvoll sein, zu bestimmten Zeiten nicht per Handy erreichbar zu sein, sodass wir uns nur auf eine bestimmte Sache besinnen können. Im Beruf ist das oft nicht ganz so einfach. Aber auch hier lohnt es sich, nach Lösungen zu suchen, sich zum Beispiel aus einem E-Mail-Verteiler streichen zu lassen, der nicht relevant ist.“

Wann droht Burn-Out?

Es gelingt jedoch nicht immer, ausreichend wirksame Maßnahmen umzusetzen, um mit den vielfältigen Anforderungen und Belastungen im Alltag gut umgehen zu können. Oftmals kommt es dann auf Dauer zu Erschöpfungszuständen und hoher Anspannung. Viele Betroffene beschreiben einen solchen Zustand als „Ausgebrannt-Sein“ oder eben Burn-Out. Mögliche Frühwarnzeichen sind beispielsweise, wenn ausgleichende Aktivitäten wie Sport, Hobbies oder das Treffen mit Freunden zunehmend vernachlässigt werden, wenn man immer öfter schon auf Kleinigkeiten gereizt reagiert oder wenn der Nachtschlaf weniger erholsam wird und man tagsüber ein starkes Schlafbedürfnis hat.

„Ein Burn-Out ist nicht als eigenständige Krankheit zu verstehen“, erklärt Unger. „Es stellt vielmehr eine Risiko-Situation dar, aus der sich psychische oder psychosomatische Störungen entwickeln können – etwa depressive Störungsbilder, Angststörungen oder körperliche Beschwerden wie erhöhter Blutdruck, Herz- oder Magenbeschwerden, Kopfschmerzen, Ohrgeräusche und Ähnliches.“

Spätestens wenn solche manifesten Krankheitszeichen auftreten, ist eine professionelle Unterstützung sinnvoll, um einem Fortschreiten oder einer Chronifizierung entgegenzuwirken, unterstreicht Unger. Ärztliche oder Psychologische Psychotherapeuten können dabei helfen, die Ursachen zu analysieren und Lösungswege zu entwickeln. Wirksam können sowohl eine ambulante Psychotherapie sein, als auch teilstationäre und stationäre psychosomatische Behandlungen, im Rahmen einer Krankenhaus-Behandlung oder als Rehabilitationsmaßnahme. Dabei können Betroffene Strategien entwickeln, mit denen sie den Anforderungen besser begegnen können. Welche Art der psychotherapeutischen Unterstützung geeignet ist, hängt jeweils vom Schweregrad der Beschwerden und dem Vorhandensein von Begleiterkrankungen ab.

Über das MediClin Reha-Zentrum am Hahnberg und die MediClin Klinik für Akutpsychosomatik am Hahnberg

Zum MediClin Reha-Zentrum am Hahnberg gehören eine Fachklinik für Konservative Orthopädie mit einem Zentrum für Amputationsnachsorge und eine Fachklinik für Psychosomatik und Psychotherapie. In der MediClin Klinik für Akutpsychosomatik am Hahnberg werden schwerpunktmäßig Angststörungen, Depressionen, Erschöpfungszustände und chronische Schmerzstörungen behandelt. Die Einrichtung, die am Rande des größten Kurparks von Europa liegt, verfügt über 307 Betten und beschäftigt 159 Mitarbeiter.

Über die MediClin

Die MediClin ist ein bundesweit tätiger Klinikbetreiber und ein großer Anbieter in den Bereichen Neuro- und Psychowissenschaften sowie Orthopädie. Mit 34 Klinikbetrieben, sieben Pflegeeinrichtungen und elf Medizinischen Versorgungszentren ist die MediClin in elf Bundesländern präsent und verfügt über eine Gesamtkapazität von rund 8.100 Betten. Bei den Kliniken handelt es sich um Akutkliniken der Grund-, Regel- und Schwerpunktversorgung sowie um Fachkliniken für die medizinische Rehabilitation. Für die MediClin arbeiten rund 8.500 Mitarbeiter.
MediClin ─ ein Unternehmen der Asklepios-Gruppe.

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