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Kribbelnde Zehen können ein Warnsignal sein

Pressemitteilung   •   Apr 23, 2009 14:20 CEST

Reichshof-Eckenhagen, 23. April 2009. Wenn es tausend feine Nadeln sind, die in Zehen und Fingern zu stechen scheinen, wenn es in Händen und Füßen kribbelt oder sogar heftig schmerzt, können das erste Anzeichen für eine Polyneuropathie (PNP) sein. Und diese Erkrankung ist ernst zu nehmen: denn eine PNP befällt die Nerven außerhalb von Rückenmark und Gehirn und kann sie dauerhaft schädigen. Besonders häufig tritt die diabetische Polyneuropathie auf, etwa zwei Millionen Diabetiker leiden in Deutschland daran. Als Auslöser gelten erhöhte Blutzuckerwerte, die Durchblutungsstörungen an den versorgenden Blutgefäßen zur Folge haben. Nicht immer ist die Diagnose Diabetes bereits gestellt, wenn die Beschwerden auftreten. Häufig machen erst polyneuropathische Symptome auf erhöhte Blutzuckerwerte aufmerksam.

Dr. Jürgen Bonnert, Chefarzt der Fachklinik für Neurologie des MediClin Reha-Zentrums Reichshof verdeutlicht die Schädigung der Nerven: „Gefährdet sind besonders die dünn ummantelten und fein verzweigten Nerven an Zehen, Füßen und Fingern. Wie bei einem beschichteten Kabel löst sich bei den Nerven nach und nach die Isolationsschicht.“ Viele Patienten leiden unter einer Überempfindlichkeit gegen Berührungen, der sensiblen Variante der Krankheit. Fähigkeiten wie das Wahrnehmen von Wärme, Kälte und Schmerz werden zunehmend beeinträchtigt und die Nerven unempfindlich bis zur Taubheit. Die motorische Variante der Polyneuropathie führt zu Lähmungen und Schwäche der betroffenen Glieder, die sich zum Beispiel in Gangunsicherheiten zeigt.

Sind die Nerven einmal geschädigt, lassen sie sich oft nicht mehr reparieren – der Zustand ist häufig nicht umkehrbar. „Darum ist es wichtig, bei den ersten Warnsignalen des Körpers schnell zu reagieren und vor jedem weiteren Schritt eine gesicherte Diagnose zu stellen. Erste Hinweise auf eine mögliche Erkrankung gibt ein Besuch beim Hausarzt, der den Blutzuckerwert feststellt und beim Neurologen, der die Nervenleitgeschwindigkeit misst und die weitere Diagnostik einleitet“, rät Dr. Bonnert. Vorbeugend wirken sich regelmäßige Bewegung und Sportarten wie Schwimmen und Rad fahren positiv auf Blutzucker, Blutfette und bestehende Stoffwechselerkrankungen aus. Gleiches gilt für eine gesunde Ernährung, bestehend aus viel mediterraner Kost und unter Vermeidung von Alkohol.

Therapien und Medikamente gegen die diabetische Polyneuropathie können die Symptome lindern und das Voranschreiten der Krankheit verlangsamen. Wirksam sind unter anderem niederschwellige Zellenbäder, bei denen Arme und Beine in einzelne Wannen getaucht werden. Strom wird durch das Wasser geleitet, bis der Patient ein leichtes Kribbeln spürt und die Nerven stimuliert werden. Während eines Reha-Aufenthaltes werden diese Therapien mehrmals pro Woche neben Ergotherapie, Muskelaufbautraining und Sensibilitätsschulungen angewendet. Dr. Jürgen Bonnert behandelt pro Jahr etwa 200 Patienten mit Polyneuropathie im MediClin Reha-Zentrum Reichshof. „Eine Therapie lindert bei rund 80 Prozent unserer Patienten Symptome wie Taubheitsgefühle und Schmerzen, das steigert die Lebensqualität der Betroffenen. Entscheidend ist es, die Grundkrankheit wie den Diabetes zu behandeln, um ein Voranschreiten der Polyneuropathie zu verhindern“, sagt der Neurologe.

Über das MediClin Reha-Zentrum Reichshof

Das MediClin Reha-Zentrum Reichshof dient der medizinischen Rehabilitation und verfügt über Fachkliniken für Neurologie, Pneumologie und Onkologie. Die Einrichtung im Oberbergischen Land verfügt über 245 Betten und beschäftigt 268 Mitarbeiter.

Über die MediClin

Die MediClin ist ein bundesweit tätiger Klinikbetreiber und ein großer Anbieter in den Bereichen Neuro- und Psychowissenschaften sowie Orthopädie. Mit 33 Klinikbetrieben, sieben Pflegeeinrichtungen, drei Medizinischen Versorgungszentren und einem Hotel für Gesundheit und Erholung in elf Bundesländern verfügt die MediClin über eine Gesamtkapazität von rund 7.900 Betten. Bei den Kliniken handelt es sich um Akutkliniken – dies sind Krankenhäuser der Grund- und Regelversorgung, der Schwerpunktversorgung und Fachkliniken – und um Fachkliniken für die medizinische Rehabilitation. Für die MediClin arbeiten rund 7.800 Mitarbeiter.

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