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Künstliche Lunge für Notfälle

Pressemitteilung   •   Jul 29, 2016 14:11 CEST

Im MediClin Herzzentrum Lahr/Baden wurde erstmals veno-venöses ECMO-Verfahren eingesetzt

Lahr/Baden, 29. Juli 2016. Im Juli wurde zum ersten Mal ein Patient im MediClin Herzzentrum Lahr/Baden mit Hilfe einer ‚künstlichen Lunge‘ behandelt. Die Anwendung der sogenannten veno-venösen ECMO-Therapie (Extrakorporale Membran-Oxygenierung) erweitert die intensivmedizinischen Möglichkeiten im Herzzentrum, Patienten in lebensbedrohlichen Notfällen zu behandeln.

Ermöglicht wird die Anwendung der Methode aufgrund der praktischen ECMO-Erfahrung des neuen Chefarztes der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Dr. Jan Niklas Hilberath, der seit Juni im Herzzentrum praktiziert. Dr. Hilberath setzte das Verfahren nun zum ersten Mal in Lahr bei einem 73-jährigen Patienten ein. Dieser entwickelte fünf Tage nach einer Herz-Operation eine schwere Lungenentzündung. Die Lunge transportierte kaum noch Sauerstoff ins Blut, es bestand akute Lebensgefahr. Umgehend wurden dem Patienten zwei große Kanülen gelegt, in die Leisten- und in die große Halsvene. Bei der ECMO-Methode wird das Blut dann über diese Kanülen mithilfe einer mechanischen Pumpe außerhalb des Körpers durch einen sogenannten Oxygenator gepumpt. Wie eine künstliche Lunge entzieht dieses Gerät dem Blut Kohlendioxid und führt Sauerstoff zu, bevor das Blut wieder zurück in den Blutkreislauf geleitet wird. Ziel der Therapie ist es, der Lunge ausreichend Zeit zu geben, sich während der weiteren Behandlung zu erholen, ohne dass eine strapazierende künstliche Beatmung durchgeführt werden muss. Eine ECMO-Therapie dauert in der Regel zwischen sieben und 30 Tagen. Der Patient im Herzzentrum war sieben Tage an die Maschine angeschlossen. Die Behandlung war erfolgreich, sodass der Mann inzwischen entlassen werden konnte.

Ausstattung bereits vorhanden
„Mit der veno-venösen ECMO können wir Patienten, bei denen vor oder nach einer Herzoperation ein akutes Lungenversagen auftritt, in unserem Haus bestmöglich behandeln“, erklärt Dr. Hilberath. Ein Lungenversagen aufgrund schwerer Lungenentzündung kann auch völlig unabhängig von einer Herzerkrankung auftreten. Häufige Ursachen sind bakterielle und virale Infektionen, zum Beispiel bei Grippewellen. Standardmäßig wird im MediClin Herzzentrum Lahr bereits die sogenannte veno-arterielle ECMO eingesetzt, bei der primär das Herz mechanisch unterstützt wird. Die dafür bereits vorhandene technische Ausstattung kann nun auch für die veno-venöse ECMO zum Lungenersatz verwendet werden.

Pressekontakt:
Jelina Schulz
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Okenstr. 27
77652 Offenburg

Tel. 0781 /488-189
jelina.schulz@mediclin.de

Über das MediClin Herzzentrum Lahr/Baden
Das MediClin Herzzentrum Lahr/Baden vereint unter einem Dach die Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie sowie die Klinik für Innere Medizin und Kardiologie und die Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin. Das 1994 eröffnete Herzzentrum verfügt über 75 Betten.
Zum MediClin-Standort Lahr gehört neben dem MediClin Herzzentrum Lahr/Baden auch das MediClin MVZ Lahr/Baden. Insgesamt beschäftigt MediClin am Standort Lahr rund 310 Mitarbeiter.

Über die MediClin
Die MediClin ist ein bundesweit tätiger Klinikbetreiber und ein großer Anbieter in den Bereichen Neurologie, Psychosomatik, Psychiatrie, Orthopädie sowie Geriatrie. Mit 34 Kliniken, sieben Pflegeheimen und acht Medizinischen Versorgungszentren ist die MediClin in elf Bundesländern präsent und verfügt über eine Gesamtkapazität von rund 8.000 Betten. Bei den Kliniken handelt es sich um Akutkliniken der Grund-, Regel- und Schwerpunktversorgung sowie um Rehakliniken. Für die MediClin arbeiten rund 9.000 Mitarbeiter.
MediClin – ein Unternehmen der Asklepios-Gruppe.

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