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Mini-Eingriff bessert Rückenschmerzen schnell

Pressemitteilung   •   Dez 02, 2016 09:58 CET

PD Dr. med. Attila Kovács

Kyphoplastie stabilisiert Wirbel bei Osteoporose und Knochenmetastasen

Bonn, 2. Dezember 2016. Rund 15 Prozent der Deutschen klagen immer wieder über Rückenschmerzen. Eine typische Ursache bei älteren Patienten ist ein eingebrochener Wirbel aufgrund von Osteoporose oder Krebs. Ein minimal-invasiver Eingriff namens Kyphoplastie bringt den Betroffenen rasch Linderung. PD Dr. med. Attila Kovács, Chefarzt der diagnostischen und interventionellen Radiologie an der MediClin Robert Janker Klinik in Bonn, beschreibt, wie das Verfahren funktioniert.

Gefahr einer Querschnitts-Lähmung

Der häufigste Grund für eine sogenannte Wirbelkörper-Fraktur ist Osteoporose, die altersbedingte Knochenbrüchigkeit. „Die Patienten haben so starke Rückenschmerzen, dass viele mit Opioiden, also Morphin-Wirkstoffen behandelt werden“, erklärt Dr. Kovács. „Außerdem verringert sich durch das Einsacken der Wirbelkörper ihre Körpergröße; es kommt zum ‚Witwenbuckel’.“ Ein zweiter Auslöser seien Knochenmetastasen, etwa Tochtergeschwülste von Brust- oder Lungenkrebs. „Sie dringen in den Wirbel ein, indem sie sich durch den Knochen ‚fressen’. Das macht die Wirbelsäule instabil – manchmal besteht sogar die Gefahr einer Querschnitts-Lähmung“, betont er.

Mit der Kyphoplastie lassen sich die betroffenen Wirbel per Schlüsselloch-Technik stabilisieren. „Die Patienten haben schon am gleichen Tag deutlich weniger Schmerzen“, hebt Dr. Kovács hervor. „Wir führen mit einer Sonde einen Ballon in den Wirbelkörper ein, den wir aufblasen“, beschreibt er. „Er richtet den zusammengesackten Wirbel wie ein Wagenheber auf.“ In den entstehenden Hohlraum spritzt der Arzt anschließend Knochenzement. Dieser härtet innerhalb von 30 Minuten aus. Vorteil der Methode: Die ursprüngliche Wirbelhöhe wird wieder hergestellt – anders als bei der Vorläufermethode Vertebroplastie, bei der man auf den ersten Schritt verzichtet und den Wirbel nur mit Knochenzement stabilisiert. „Mehrere Studien haben gezeigt, dass dieses Aufrichten die Beschwerdefreiheit wesentlich erhöht“, ergänzt der Experte.

Kombi-Eingriff bei Krebs

Da die MediClin Robert Janker Klinik auf Tumor-Erkrankungen spezialisiert ist, hat sie die Möglichkeit, Knochenmetastasen kombiniert zu behandeln, wie Dr. Kovács erläutert: „Mit der sogenannten Thermoablation zerstören wir zuerst den Tumor durch Hitze. Anschließend stabilisieren wir den Wirbel und befreien den Patienten so von Schmerz. Das heißt, wir schlagen drei Fliegen mit einer Klappe – Tumorzerstörung, Stabilisierung und Schmerzlinderung.“

Die Kyphoplastie dauert pro Wirbel etwa 45 Minuten; maximal drei Problemstellen lassen sich gleichzeitig behandeln. Sie erfolgt in der Bonner Klinik unter 3D-Röntgenkontrolle mit einem hochauflösenden Gerät, sodass der Arzt jeden seiner Handgriffe detailliert am Monitor verfolgen kann. „Das ermöglicht höchste Präzision beim Einspritzen des Zements und damit Sicherheit für den Patienten“, betont der Chefarzt. Für den minimal-invasiven Eingriff ist keine Vollnarkose notwendig, die Patienten werden in einen Dämmerschlaf versetzt. Sie können bereits am Tag des Eingriffs aufstehen und verlassen nach drei bis vier Tagen die Klinik. „Zu unserem Service gehört dazu, dass wir sie schulen und ihnen zeigt, wie man sich bewegt, ohne die Wirbelsäule falsch zu belasten“, ergänzt Dr. Kovács. Eine Woche nach dem Eingriff haben die Beschwerden soweit nachgelassen, dass die Patienten ihre Schmerzmedikamente meist um 80 Prozent reduzieren können.

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Bildmaterial:

Knochenzement wird eingespritzt

Knochenzement härtet aus

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Pressekontakt:

Dr. Mümtaz Köksal
Kaufmännischer Direktor
MediClin Robert Janker Klinik
Villenstr. 8
53129 Bonn

Telefon 0228 / 5306 701
muemtaz.koeksal@mediclin.de

Über die MediClin Robert Janker Klinik
Die MediClin Robert Janker Klinik ist eine Fachklinik für Strahlentherapie, Radioonkologie, Radiologie, Neuroradiologie und Palliativmedizin. Die Klinik, in der rund 100 Mitarbeiter arbeiten, ist mit 83 Betten im Bettenbedarfsplan des Landes Nordrhein-Westfalen ausgewiesen. Die Therapiekonzepte werden sowohl stationär als auch in Zusammenarbeit mit dem MVZ MediClin Bonn ambulant angeboten. Benannt ist die Klinik nach ihrem Gründer, dem Radiologen Prof. Dr. Robert Janker. Er ließ 1937 in Bonn ein Röntgeninstitut errichten, dem er nach dem Krieg eine Krankenstation angliederte.
Zum Standort gehört neben der MediClin Robert Janker Klinik auch das MVZ MediClin Bonn. Insgesamt beschäftigt MediClin in Bonn rund 110 Mitarbeiter.

Über die MediClin
Die MediClin ist ein bundesweit tätiger Klinikbetreiber und ein großer Anbieter in den Bereichen Neurologie, Psychosomatik, Psychiatrie, Orthopädie sowie Geriatrie. Mit 34 Kliniken, sieben Pflegeheimen und acht Medizinischen Versorgungszentren ist die MediClin in elf Bundesländern präsent und verfügt über eine Gesamtkapazität von rund 8.000 Betten. Bei den Kliniken handelt es sich um Akutkliniken der Grund-, Regel- und Schwerpunktversorgung sowie um Rehakliniken. Für die MediClin arbeiten rund 9.300 Mitarbeiter.
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