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Mobilität, Eigenständigkeit und Selbstbestimmung

Pressemitteilung   •   Jun 13, 2018 10:12 CEST

Dr. med. Torsten Hirche (l.) und ein Teil seines iKBZ-Teams

Ein Jahr interdisziplinäres Komplexbehandlungszentrum Crivitz

Crivitz, 13. Juni 2018. Ältere Patienten leiden oft an mehreren Erkrankungen gleichzeitig – sie sind multimorbide und dadurch in ihrer Selbständigkeit, Belastbarkeit und Lebensqualität beeinträchtigt. Das interdisziplinäre Komplexbehandlungszentrum (iKBZ) in Crivitz ist spezialisiert auf die Therapie solcher Patienten. Dem medizinischen Zentrum, das nun schon seit einem Jahr als Fachabteilung im MediClin Krankenhaus am Crivitzer See besteht, ist die ganzheitliche Behandlung ein großes Anliegen. Seit der Eröffnung am 1. April 2017 hat sich einiges getan.

Das multiprofessionelle Team mit Mitarbeitern unterschiedlicher Berufsgruppen besteht aus Ergotherapeuten, Physiotherapeuten, Logopäden, Schmerztherapeuten, Palliativmedizinern, Geriatern, Psychologen, Seelsorgern, Kunsttherapeuten, Sozialarbeitern und speziell ausgebildetem Pflegepersonal. Zudem arbeitet es interdisziplinär, sprich fachabteilungsübergreifend unter anderem mit den medizinischen Fachrichtungen im Hause, wie der Inneren Medizin oder der Orthopädie/ Chirurgie aber auch der Neurochirurgie der MediClin in Plau am See zusammen. Das Team möchte sich weiter vergrößern und sucht unter anderem nach geriatrischen Pflegekräften. Diese sind auf Grund des hohen Pflegeaufwandes der Patienten im iKBZ an allen Therapien beteiligt. Sie fungieren als Bindeglied und müssen spezielle Kompetenzen für die hier gängigen Krankheitsbilder mitbringen.

Zu den Komplextherapien, die in Crivitz angeboten werden, gehören die Multimodale Schmerztherapie, die Palliativmedizin sowie die Geriatrische frührehabilitative Komplexbehandlung. Alle diese Komplextherapien haben individuelle Therapiekonzepte gemeinsam sowie die Zielstellung, die Lebensqualität der Patienten zu verbessern oder zu erhalten: die Mobilität, die Eigenständigkeit sowie die Selbstbestimmung.

Nach dem ersten Jahr können Dr. Torsten Hirche und Team auf über 100 Patienten alleine im Bereich der geriatrischen Komplexbehandlungen zurückblicken. Der Chefarzt weiß über eine Vielzahl beeindruckender Behandlungserfolge und persönlicher Schicksale der Patienten zu berichten, die zur Therapie ins iKBZ nach Crivitz gekommen sind. Ein Fall ist der einer 77-jährigen Patientin, die mit stark gebeugter Wirbelsäule in die Klinik kam und sich vor Schmerzen – sowohl durch körperliche Beschwerden, als auch durch psychische Faktoren bedingt – kaum noch bewegen konnte. Sie war depressiv und traute sich aus Angst vor den Schmerzen bei jeder ihrer Bewegungen gar nicht mehr aus dem Haus. Die Patientin ist pflegebedürftig, leidet an starken Arthrosen und hat eine mehrfach versteifte Wirbelsäule. Dazu kommen unter anderem operierte Gelenke, Herzerkrankungen, und Adipositas. Ein klassisches Bild mehrfacher Erkrankungen, wie sie Hirche bei seiner täglichen Arbeit zumeist erlebt.

Die Patientin wurde einer Anamnese und körperlichen Untersuchung sowie einer umfangreichen Diagnostik unterzogen. Neben klassischen Untersuchungen, wie EKG, Röntgen und Blutuntersuchungen wurden weiterführend auch Tests der Mobilität, der Selbsthilfefähigkeit und der kognitiven Fähigkeiten gemacht sowie das Ernährungsverhalten und die psychische Verfassung eingeschätzt. Anschließend wurde dann im Team gemeinsam mit der Patientin der individuelle Therapieplan abgestimmt. Das definierte Therapieziel muss hierbei erreichbar sein und die Patientin muss aktiv mitarbeiten. Die Fachleute im iKBZ sind auf die Zusammenarbeit und die Bereitschaft der Patienten angewiesen, damit die Frühreha zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht werden kann.

In Fall der 77-jährigen Dame war das Therapieziel neben der Wiederherstellung der Mobilität und Selbsthilfefähigkeit der Patientin auch eine Schmerzreduktion im Rahmen des chronischen Schmerzsyndroms, um eine Pflegebedürftigkeit zu verhindern und der Patientin die gewünschte Selbständigkeit und Mobilität in der Häuslichkeit zu ermöglichen. Zusätzlich zur medikamentösen Behandlung der Schmerzen wurde die Therapie durch nicht-medikamentöse Maßnahmen ergänzt. Neben der geriatrischen Pflege wurde eine Vielzahl an physiotherapeutischen Maßnahmen durchgeführt, darunter Stand- und Gangtraining, Konditionstraining und Gleichgewichtstraining. Des Weiteren bekam die Patientin Ergotherapie zur Durchführung von Aktivitäten des täglichen Lebens, wie das Waschen oder Anziehen sowie Behandlungen zur Verbesserung von Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit.

Im Verlauf der Therapie wurde sie zudem psychologisch betreut und es konnten in diesem Zuge Ursachen für ihre gebeugte Haltung ausfindig gemacht werden. Sie trägt Schuldgefühle über eine Lebenssituation quasi wortwörtlich als „Last auf ihren Schultern“ und nimmt die gebeugte Haltung ein, welche dann Stück für Stück in der Instabilität der Wirbelsäule resultiert. Die Patientin verließ das Krankenhaus nach 16 Tagen in einem deutlich gebesserten Zustand in Bezug auf Mobilität und Selbständigkeit. Sie konnte mit Hilfe eines Korsetts mehrere hundert Meter aufrecht an einem Rollator laufen – dies war bei Aufnahme in der Klinik undenkbar. „Die Dame hatte wieder Freude an der Bewegung und am Leben. Auch ihre Einstellung zum Essen konnten wir während ihres Aufenthaltes bei uns beeinflussen und verbessern“, erklärt Chefarzt Hirche und fügt hinzu: „ Wir haben hier keinen Jungbrunnen, sondern es ist eine sehr aufwendige Arbeit für das Team, die allerdings auch sehr viel Spaß macht, wenn man dann die Erfolge sieht. Es ist schön zu sehen, wenn es den Patienten besser geht, wenn sie uns wieder verlassen – besonders, wenn wir zur Verbesserung der psychischen Verfassung beitragen können und auch damit die Lebensqualität gesteigert werden kann. Freude am Leben ist so wichtig.“

Nach der stationären Behandlung werden die Patienten in die ambulante Weiterbehandlung bei ihrem Haus- oder Facharzt entlassen. Dieser stellt überhaupt auch erst die Indikation zur stationären Aufnahme. Dazu müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein. Angeschlossen an die stationäre Behandlung ist ein umfangreiches Entlassmanagement, das die Patienten und ihre Angehörigen unter anderem bei der Planung der weiteren Versorgung in der Häuslichkeit oder in einer stationären Pflege, der Verordnung von Hilfsmitteln sowie den Absprachen mit dem Pflegedienst unterstützt.

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Pressekontakt:
Jenny Beckert
Marketing MediClin Region MV / Beschwerdemanagement MediClin Müritz-Klinikum
Weinbergstraße 19
17192 Waren (Müritz)

Telefon: 03991/77-2099
E-Mail: jenny.beckert@mediclin.de

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Über das MediClin Krankenhaus am Crivitzer See
Das MediClin Krankenhaus am Crivitzer See ist ein Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung mit den Kliniken für Orthopädie und Unfallchirurgie, für Allgemein- und Viszeralchirurgie für Innere Medizin, für Gynäkologie und Geburtshilfe, für Anästhesiologie und Intensivmedizin sowie für Radiologie.
Die Einrichtung verfügt über 74 Betten. Im MediClin Krankenhaus am Crivitzer See sind rund 170 Mitarbeiter beschäftigt.

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Zu MediClin gehören deutschlandweit 36 Kliniken, sieben Pflegeeinrichtungen, drei ambulante Pflegedienste und neun Medizinische Versorgungszentren. MediClin verfügt über knapp 8.300 Betten und beschäftigt rund 9.900 Mitarbeiter.
In einem starken Netzwerk bietet MediClin dem Patienten die integrative Versorgung vom ersten Arztbesuch über die Operation und die anschließende Rehabilitation bis hin zur ambulanten Nachsorge. Ärzte, Therapeuten und Pflegekräfte arbeiten dabei sorgfältig abgestimmt zusammen. Die Pflege und Betreuung pflegebedürftiger Menschen gestaltet MediClin nach deren individuellen Bedürfnissen und persönlichem Bedarf – zu Hause oder in der Pflegeeinrichtung.
MediClin – ein Unternehmen der Asklepios-Gruppe.

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