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Nach Notfallsituationen leidet häufig die Psyche

Pressemitteilung   •   Jun 17, 2008 13:50 CEST

Blieskastel, 17. Juni 2008. Notfallsituationen belastenPatienten psychisch deutlich stärker, als geplante Operationen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die unter der Leitung von Professor Volker Köllner, Chefarzt für Psychosomatische Medizin an den MediClin Bliestal Kliniken, durchgeführt wurde. Von den Patienten, die Professor Hans-Joachim Schäfers an der Uniklinik Homburg Saar in den vergangenen zehn Jahren erfolgreich an der Hauptschlagader des Herzens operierte, wurden 150 mittels verschiedener Fragebögen auf ihr psychisches Befinden hin nachuntersucht. Jeder siebte Notfallpatient (14,3 Prozent), dem eine Notoperation das Leben rettete, litt noch drei Monate nach dem Eingriff unter den Symptomen einer Posttraumatischen Belastungsstörung, also etwa unter massiven Ängsten, Panikattacken oder Schlafstörungen. Bei Patienten, die ausreichend Vorbereitungszeit hatten und im Vorfeld betreut wurden, zeigte nur jeder 16. (6,2 Prozent) derartige Symptome. Ähnlich deutlich sind die Unterschiede bei Anpassungsstörungen wie etwa Depressivität oder Teilnahmslosigkeit; hiervon waren 22,2 Prozent nach einer Notfallsituation betroffen. Bei Patienten nach einem geplanten Eingriff waren es nur 7,6 Prozent.

Vom vernichtenden Brustschmerz und dem Alarmieren des Notdienstes bis zur schweren Operation an der Hauptschlagader dauert es meist nur ein bis zwei Stunden. In dieser Zeitspanne ist es nicht möglich, sich auf die Operation vorzubereiten und zum Beispiel mit jemanden darüber zu reden. „Dramatische Notfälle, wie etwa der Riss der Aorta oder ein Herzinfarkt, werden für viele Betroffene zu einem traumatischen Erlebnis, unter dem sie noch Jahre später leiden“, unterstreicht Professor Köllner. „Bei Notfallpatienten sollte im Nachgang einer Operation unbedingt beobachtet werden, ob Symptome einer Posttraumatischen Belastungsstörung vorliegen und ob psychotherapeutisch nachbehandelt werden muss. Das gilt im Übrigen nicht nur für Herz-Patienten, sondern wahrscheinlich für Notfälle generell.“

Über die MediClin Bliestal Kliniken

Unter dem Dach der MediClin Bliestal Kliniken in Blieskastel befinden sich die Fachklinik für Psychosomatische Medizin, die Fachklinik für Orthopädie und Rheumatologie sowie die Fachklinik für Innere Medizin. Die Einrichtung verfügt über 471 Betten und beschäftigt 310 Mitarbeiter.

Über die MediClin

Die MediClin ist ein bundesweit tätiger Klinikbetreiber und ein großer Anbieter in den Bereichen Neuro- und Psychowissenschaften sowie Orthopädie. Mit 34 Klinikbetrieben, acht Pflegeeinrichtungen und drei Medizinischen Versorgungszentren in elf Bundesländern verfügt die MediClin über eine Gesamtkapazität von rund 8.100 Betten. Bei den Kliniken handelt es sich um Akutkliniken – dies sind Krankenhäuser der Grund- und Regelversorgung, der Schwerpunktversorgung und Fachkliniken – und um Fachkliniken für die medizinische Rehabilitation. Für die MediClin arbeiten rund 7.900 Mitarbeiter.

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