MediClin folgen

Neue Abteilung für transkulturelle Psychosomatik

Pressemitteilung   •   Dez 01, 2016 14:02 CET

MediClin Klinik am Vogelsang: Behandlung berücksichtigt sprachliche und kulturelle Unterschiede

Donaueschingen, 1. Dezember 2016. In der MediClin Klinik am Vogelsang wird zum 1. Dezember 2016 eine neue Abteilung für transkulturelle psychosomatische Rehabilitation eröffnet. Die Behandlung richtet sich speziell an Menschen mit Migrationshintergrund, die an psychischen Störungen wie Depression, Angst, Traumafolgestörungen und psychosomatischen Beschwerden leiden.

Muttersprachliche Betreuung
Die Ärzte, Psychologen, Sozialarbeitende und Pflegekräfte in der neuen Abteilung sprechen unter anderem türkisch, kurdisch und arabisch. In den Therapien können die Patienten also in ihrer Muttersprache über ihre Belastungen sprechen. Die Klinikmitarbeiter, zum Teil selbst mit Migrationshintergrund, sind für kulturelle Unterschiede sensibilisiert, etwa beim Verständnis von Krankheit, Heilung und Gesundheit. Beim Klinikaufenthalt werden außerdem kulturelle und religiöse Besonderheiten der Patientinnen und Patienten berücksichtigt, etwa hinsichtlich der Ernährung.

Leiter der Abteilung ist Prof. Jan Ilhan Kizilhan, ein international renommierter Experte auf dem Gebiet der transkulturellen Psychiatrie und Psychotherapie. Gemeinsam mit dem leitenden Arzt der Klinik am Vogelsang, Eckart Schlenker, hat Kizilhan das neue Behandlungskonzept entwickelt. „MediClin möchte mit diesem neuen Konzept den globalen Anforderungen der Migration im Gesundheitsbereich in Deutschland nachkommen", erklärt Prof. Kizilhan. Eine muttersprachliche Therapie für Menschen mit Migrationshintergrund ermögliche es, die kultur- und migrationsspezifischen Aspekte der Herkunft mehr zu berücksichtigen. Gerade bei psychosomatischen Erkrankungen spielen diese eine besondere Rolle. „Zum Beispiel klagen viele Patienten aus traditionellen Kulturen über körperliche Beschwerden, um ihre psychischen Konflikte zum Ausdruck zu bringen. Wird dies nicht richtig eingeordnet, kann das zu Fehldiagnosen und entsprechender falscher Behandlung führen. Deshalb ist eine kultursensible Psychotherapie wichtig", sagt Kizilhan.

Kultursensible Behandlung
In der neuen transkulturellen psychosomatischen Abteilung werden hauptsächlich sogenannte störungsorientierte bzw. störungsspezifische Psychotherapieverfahren eingesetzt. Das bedeutet, dass verschiedene Therapiemethoden zur Behandlung einer Erkrankung kombiniert werden: Einzelpsychotherapie und Gruppentherapien, spezifische psychoedukative Gruppen – also die Schulung der Patienten zum Umgang mit der eigenen Erkrankung – und weitere Elemente wie Genusstherapie. Dazu kommen therapeutische Angebote zu den Themen Depression, Angststörung und Psychosomatik, bei denen kulturelle Faktoren miteinbezogen werden. Bei vielen Patienten mit Fluchterfahrung sind Erlebnisse wie Krieg, Gewalt und Vertreibung zentrale Themen. In der neuen Abteilung werden deshalb auch Traumata und Traumafolgestörungen behandelt. Das Konzept verfolgt einen ganzheitlichen, biopsychosozialen Behandlungsansatz.
„Neben dem medizinisch-therapeutischen Auftrag wollen wir die Lebensqualität unserer Patienten verbessern, sie auf ihrem Weg zurück in ihren Alltag begleiten und sie bei der Integration in Deutschland unterstützen“, betont Kizilhan.

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Zur Person
Prof. Jan Ilhan Kizilhan ist Leiter der transkulturellen psychosomatischen Rehabilitation an der MediClin Klinik am Vogelsang in Donaueschingen und Leiter des Studiengangs „Soziale Arbeit mit psychisch Kranken und Suchtkranken“ an der Dualen Hochschule Villingen-Schwenningen.
Er hat Psychologie, Soziologie und Orientalistik in Deutschland und den Vereinigten Staaten studiert und arbeitete danach als Psychologischer Psychotherapeut, Hypnotherapeut, Traumatherapeut (DeGPT), Lehrdozent, Supervisor, Trainer sowie Gutachter für Gerichte und internationale Organisationen.
Seit über 15 Jahren beschäftigt er sich unter anderem mit der stationären psychosomatischen Rehabilitation von Migrantinnen und Migranten.

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Bildmaterial:

Portrait Prof. Kizilhan

MediClin Klinik am Vogelsang

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Pressekontakt:
Christine Trove
Kaufmännische Direktorin
MediClin Klinik am Vogelsang
Alte Wolterdinger Str. 68
78166 Donaueschingen

Tel: 0771 / 851-230
christine.trove@mediclin.de

Über die MediClin Klinik am Vogelsang
Die MediClin Klinik am Vogelsang in Donaueschingen ist eine Fachklinik für Psychosomatik und Verhaltensmedizin. Die Schwerpunkte der Einrichtung liegen in der Behandlung von Depressionen, Angst- und Zwangsstörungen, funktionellen Störungen, Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen, nichtorganischen Schlafstörungen sowie Anpassungsstörungen im beruflichen und sozialen Bereich. Die Klinik verfügt über 104 Betten, in der Einrichtung sind rund 70 Mitarbeiter beschäftigt.

Über die MediClin
Die MediClin ist ein bundesweit tätiger Klinikbetreiber und ein großer Anbieter in den Bereichen Neurologie, Psychosomatik, Psychiatrie, Orthopädie sowie Geriatrie. Mit 34 Kliniken, sieben Pflegeheimen und acht Medizinischen Versorgungszentren ist die MediClin in elf Bundesländern präsent und verfügt über eine Gesamtkapazität von rund 8.000 Betten. Bei den Kliniken handelt es sich um Akutkliniken der Grund-, Regel- und Schwerpunktversorgung sowie um Rehakliniken. Für die MediClin arbeiten rund 9.300 Mitarbeiter.
MediClin – ein Unternehmen der Asklepios-Gruppe.

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