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Prof. Jan Kizilhan holte Friedensnobelpreisträgerin Nadia Murad 2015 nach Deutschland

Pressemitteilung   •   Okt 08, 2018 15:53 CEST

Prof. Jan Kizilhan im Gespräch mit Friedensnobelpreisträgerin Nadia Murad

MEDICLIN Klinik am Vogelsang behandelt traumatisierte Opfer des IS

Donaueschingen, 9. Oktober 2018. Die diesjährige Friedensnobelpreisträgerin Nadia Murad war Sklavin der Terrormiliz IS und kam 2015 im Rahmen eines Sonderkontingents der Landesregierung aus dem Nordirak nach Baden-Württemberg. Prof. Jan Ilhan Kizilhan, Leiter der transkulturellen psychosomatischen Rehabilitation an der MEDICLIN Klinik am Vogelsang in Donaueschingen, war damals von der Landesregierung beauftragt worden, traumatisierte Frauen und ihre Kinder aus Syrien und dem Irak nach Baden-Württemberg zu holen – darunter Nadia Murad.

Als Sonderbotschafterin der Vereinten Nationen berichtet sie seit 2016 weltweit vom Schicksal der Frauen, die dort sexueller Gewalt und Terror durch IS-Terroristen ausgesetzt sind. Zu den Opfern zählen allein mehr als 40 Personen aus ihrer Familie.

„Ich gratuliere Nadia aus tiefstem Herzen“, sagt Kizilhan. Murad habe es geschafft, aus der Rolle eines Opfers in die Rolle einer Aktivistin gegen sexualisierte Gewalt zu wechseln. „Der Preis ist auch eine Würdigung von missbrauchten Frauen auf der ganzen Welt und der Landesregierung für die mutige Entscheidung, die Opfer zur Behandlung nach Deutschland zu holen“, betont Kizilhan.

Die Mitarbeiter am MEDICLIN-Standort Donaueschingen sind sehr stolz, dass auch ihre Arbeit auf diese Weise ausgezeichnet wird. So behandeln Kizilhan und sein mehrsprachiges Team seit der Gründung der transkulturellen Fachabteilung im Jahr 2016 immer wieder traumatisierte Opfer sexueller Gewalt aus Kriegsgebieten.

„Ich wünsche Nadia viel Erfolg und Gesundheit auf dem weiteren Weg, im Privaten und jetzt auch als Aktivistin. Das Komitee hat mit seiner Ehrung alle unterdrückten Minderheiten im Nahen und Mittleren Osten gewürdigt und den vielen Frauen symbolisch Gerechtigkeit widerfahren lassen“, so Kizilhan.

Die Landesregierung hatte Kizilhan im Januar 2015 beauftragt, 1.000 traumatisierte Frauen und ihre Kinder nach Baden-Württemberg zu holen. Die heikle Mission war anfangs geheim, um Jesidinnen, Christinnen und andere Überlebende eines Massakers der Dschihadisten im Nordirak im August 2014 nicht zu gefährden. Von rund 7.000 Gefangenen gelang rund 3.000 Frauen die Flucht. Sie landeten in den 24 Flüchtlings-Camps rund um die nordirakische Stadt Dohuk. Über 1300 Frauen sind immer noch in den Händen der IS-Terroristen, wurden getötet oder in andere Länder verschleppt.

An der Universität Dohuk hat im Frühjahr 2017 das Institut für Psychotherapie seinen Studienbetrieb aufgenommen.Das vom baden-württembergischen Wissenschaftsministerium koordinierte Projekt „Psychotherapeutenausbildung an der Universität Dohuk“ wurde maßgeblich von Kizilhan initiiert und mitentwickelt. In dem neu gegründeten Institut werden Therapeutinnen und Therapeuten ausgebildet. Ziel des Projekts ist die Behandlung traumatisierter Geflüchteter in Kliniken, Betreuungseinrichtungen und in den Camps vor Ort.

Die MEDICLIN Klinik am Vogelsang unterstützt das Projekt mit zwei Stipendien für Studierende, damit sie erfolgreich ihre Ausbildung zum Psychotherapeuten abschließen können.

Pressekontakt:

Christine Trove
Kaufmännische Direktorin
MEDICLIN Klinik am Vogelsang
Alte Wolterdinger Straße 68
78166 Donaueschingen
Telefon 0771 851 230
E-Mail: christine.tove@mediclin.de

Über die MEDICLIN Klinik am Vogelsang

Die MEDICLIN Klinik am Vogelsang in Donaueschingen ist eine Fachklinik für Psychosomatik und Verhaltensmedizin. Die Schwerpunkte der Einrichtung liegen in der Behandlung von Depressionen, Angst- und Zwangsstörungen, funktionellen Störungen, Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen, nichtorganischen Schlafstörungen sowie Anpassungsstörungen im beruflichen und sozialen Bereich. Die Klinik verfügt über 104 Betten, in der Einrichtung sind rund 70 Mitarbeiter beschäftigt.

Über MEDICLIN

Zu MEDICLIN gehören deutschlandweit 36 Kliniken, sieben Pflegeeinrichtungen, drei ambulante Pflegedienste und neun Medizinische Versorgungszentren. MEDICLIN verfügt über knapp 8.300 Betten und beschäftigt rund 9.960 Mitarbeiter.

In einem starken Netzwerk bietet MEDICLIN dem Patienten die integrative Versorgung vom ersten Arztbesuch über die Operation und die anschließende Rehabilitation bis hin zur ambulanten Nachsorge. Ärzte, Therapeuten und Pflegekräfte arbeiten dabei sorgfältig abgestimmt zusammen. Die Pflege und Betreuung pflegebedürftiger Menschen gestaltet MEDICLIN nach deren individuellen Bedürfnissen und persönlichem Bedarf – zu Hause oder in der Pflegeeinrichtung.

MEDICLIN – ein Unternehmen der Asklepios-Gruppe.

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