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Punktgenaue Bestrahlung schont Gewebe bei Hirntumor

Pressemitteilung   •   Aug 03, 2016 11:21 CEST

Radiochirurgie: Einmalige Sitzung entfernt Geschwulst und erspart Operation

Bonn, 3. August 2016. Zu den häufig genutzten Behandlungsmöglichkeiten bei einem Hirntumor zählt die Strahlentherapie. Die sogenannte stereotaktische Bestrahlung, die in der MediClin Robert Janker Klinik in Bonn angeboten wird, ist besonders schonend: Sie lässt sich millimetergenau platzieren, das gesunde Gewebe wird kaum belastet. Dies reduziert das Risiko für Nebenwirkungen. Dr. Dr. Brigitta Baumert, Chefärztin der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie, beschreibt, wie die Behandlung abläuft.

Bei der herkömmlichen Strahlentherapie lässt es sich nicht vermeiden, dass um den Hirntumor herum auch gesunde Zellen durch die hochenergetischen Strahlen geschädigt werden. Probleme wie Gedächtnisstörungen können die Folge sein. Deutlich schonender arbeiten spezielle Geräte, von denen eines in der Bonner Klinik zur Verfügung steht: „Die stereotaktische Bestrahlung unterscheidet sich von der konventionellen in zwei Punkten“, zählt Baumert auf: „Sie trifft den Tumor präzise und ermöglicht uns deswegen, mit einer hohen Strahlendosis zu arbeiten. Das gesunde Gewebe bleibt dagegen weitestgehend von der Strahlenbelastung verschont.“

In manchen Fällen genügt eine einzige Sitzung, um die Geschwulst zu zerstören. Man spricht auch von Einzeit-Bestrahlung oder Radiochirurgie – der Eingriff gleicht einer Operation ohne Skalpell. Die gesamte Strahlendosis ist dabei etwa so hoch wie die einer sechswöchigen Strahlentherapie. Je nach Tumorart, -größe oder Lage wird die Bestrahlung manchmal auch über drei bis fünf Sitzungen verteilt (hypofraktionierte stereotaktische Bestrahlung). Das ist jedoch immer noch deutlich seltener als etwa bei der herkömmlichen Ganzhirn-Bestrahlung von Hirnmetastasen.

Ständige Kontrolle während der Bestrahlung

Möglich wird die Genauigkeit durch den Einsatz bildgebender Verfahren. Im Vorfeld vermessen die Mediziner den Tumor per Computer- und Dünnschicht-Kernspintomografie. „Die entstehenden Schnittbilder legt man im Computer zusammen und zeichnet ein, wo bestrahlt werden muss, aber auch wo nicht“, erklärt die Expertin. Dem Patienten wird eine Maske angepasst, die seinen Kopf fixiert und dem Gerät mit Markierungen hilft, das Ziel zu erkennen. Der Beschleuniger, mit dem die Bestrahlung erfolgt, ist mit zwei Röntgengeräten kombiniert, mit denen die genaue Position des Patienten in 3D bestimmt wird. Damit kontrollieren die behandelnden Ärzte ständig, ob die Bestrahlung den richtigen Bereich trifft. „Diese Technik ermöglicht uns hochpräzises Arbeiten auf einen Millimeter genau“, hebt die Radioonkologin hervor. Das Ganze dauert 20-30 Minuten. Der Patient spürt von der Bestrahlung selbst nichts, lediglich die Maske, die sehr eng sitzt, kann manchmal drücken. Im Laufe der nächsten Wochen verschwinden bösartige Tumore dann vollständig. „Bei kleinen Knoten sieht man nach etwa drei Monaten nichts mehr, große schmelzen innerhalb von sechs Monaten.“

Die stereotaktische Bestrahlung kommt bei gut- und bösartigen Hirntumoren sowie bei Metastasen in Frage, solange ihr Durchmesser nicht größer als fünf Zentimeter in einer Richtung ist. „Es können bis zu fünf Metastasen gleichzeitig bestrahlt werden“, ergänzt Baumert. Die Therapie ist damit eine Alternative bei Geschwulsten, die sich nicht so einfach operieren lassen. Eine randomisierte Studie bestätigte jetzt den Vorteil dieser Technik: Sie zeigte, dass Patienten mit bis zu drei Metastasen im Gehirn weniger Nebenwirkungen zeigten, wenn man sie mit der hochpräzisen Radiochirurgie statt mit einer Ganzhirn-Bestrahlung behandelte.

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Bildmaterial:

Bestrahlungsplan Stereotaxie bei Hirnmetastasen

Das Team der Stereotaxie an der MediClin Robert Janker Klinik

Dr. Dr. Brigitta Baumert, Chefärztin in der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie an der MediClin Robert Janker Klinik

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Pressekontakt
Dr. Mümtaz Köksal
Kaufmännischer Direktor
MediClin Robert Janker Klinik
Villenstr. 8
53129 Bonn

Telefon 0228/ 5306 701
muemtaz.koeksal@mediclin.de


Für medizinische Rückfragen
Dr. Dr. Brigitta Baumert, MBA
Universitair Hoofddocent (Universität Maastricht)
Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie
MediClin Robert Janker Klinik

Telefon 0228/ 5306 4101
E-Mail: Jutta.Buesscher@mediclin.de

Über die MediClin Robert Janker Klinik
Die MediClin Robert Janker Klinik ist eine Fachklinik für Strahlentherapie, Radioonkologie, Radiologie, Neuroradiologie und Palliativmedizin. Die Klinik, in der rund 100 Mitarbeiter arbeiten, ist mit 83 Betten im Bettenbedarfsplan des Landes Nordrhein-Westfalen ausgewiesen. Die Therapiekonzepte werden sowohl stationär als auch in Zusammenarbeit mit dem MVZ MediClin Bonn ambulant angeboten. Benannt ist die Klinik nach ihrem Gründer, dem Radiologen Prof. Dr. Robert Janker. Er ließ 1937 in Bonn ein Röntgeninstitut errichten, dem er nach dem Krieg eine Krankenstation angliederte.
Zum Standort gehört neben der MediClin Robert Janker Klinik auch das MVZ MediClin Bonn. Insgesamt beschäftigt MediClin in Bonn rund 110 Mitarbeiter.


Über die MediClin
Die MediClin ist ein bundesweit tätiger Klinikbetreiber und ein großer Anbieter in den Bereichen Neurologie, Psychosomatik, Psychiatrie, Orthopädie sowie Geriatrie. Mit 34 Kliniken, sieben Pflegeheimen und acht Medizinischen Versorgungszentren ist die MediClin in elf Bundesländern präsent und verfügt über eine Gesamtkapazität von rund 8.000 Betten. Bei den Kliniken handelt es sich um Akutkliniken der Grund-, Regel- und Schwerpunktversorgung sowie um Rehakliniken. Für die MediClin arbeiten rund 9.000 Mitarbeiter.
MediClin – ein Unternehmen der Asklepios-Gruppe.

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