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Interview zur Zeitumstellung: Seelisch gesund durch die dunkle Jahreszeit

Pressemitteilung   •   Okt 23, 2014 12:00 CEST

Donaueschingen, 23. Oktober 2014. Mit der Zeitumstellung an diesem Sonntag, 26. Oktober, beginnt die dunkle Jahreszeit. Vielen Menschen drückt es auf die Stimmung, wenn es abends früher dunkel wird. Dr. Björn Grossmann, Facharzt für Psychiatrie & Psychotherapie und Chefarzt des MediClin Zentrums für Psychische Gesundheit Donaueschingen erklärt, welche Rolle Licht für unser seelisches Gleichgewicht spielt.

Dr. Grossmann, warum ist vielen Menschen beim Gedanken an die kommenden kürzeren Tage unwohl?

Dr. Grossmann: Licht trägt zu unserem Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit bei. Wenn nun die Uhr umgestellt wird, wird es eine Stunde früher dunkel. Das macht sich bei vielen negativ bemerkbar. Bei einigen Menschen kommt es im Herbst und Winter sogar zu einer sogenannten saisonalen Depression: Sie leiden unter einer gedrückten Stimmung und unter Antriebslosigkeit, können sich schlecht konzentrieren, fühlen sich erschöpft, viele haben dabei auch ein gesteigertes Ess- und Schlafbedürfnis.

Wie kommt es dazu?

Dr. Grossmann: Der Einfluss von Licht auf unseren Körper und unsere Psyche ist nicht zu unterschätzen. Licht ist ein Zeitgeber für unseren Biorhythmus. Blutdruck, Pulsfrequenz, die Körpertemperatur und Hormonausschüttungen werden dadurch mit beeinflusst. Entscheidend ist die Art des Lichts. Unsere innere Uhr reagiert auf unterschiedliche Blau- und Rotanteile im Licht. Im Tages- und Morgenlicht sind mehr Blauanteile enthalten. Diese führen dazu, dass unser Körper  Hormone  ausschüttet, die uns wach und leistungsfähig machen.

Was kann ich tun, um auch im Herbst und Winter ausreichend Licht zu bekommen?

Dr. Grossmann: Das Wichtigste ist es, viel bei Tageslicht im Freien zu sein. Licht wird in der Einheit Lux gemessen. Biologisch wirksam ist Licht über 1.000 Lux. In Büroräumen beträgt die Intensität typischerweise um die 500 Lux. Im Freien gibt es auch an bewölkten Tagen eine Lichtstärke von 1.000 Lux und mehr. Deshalb sollte man sich jeden Tag mindestens 30 Minuten im Freien aufhalten, um Licht zu tanken.

Mit Blick auf die Zeitumstellung ist es außerdem wichtig, einen regelmäßigen Tag/Nachtrhythmus beizubehalten und die Zeitumstellung konsequent im Alltagsablauf umzusetzen, um einem „Mini-Jet-Lag“ vorzubeugen.

Spielt Licht auch bei der Behandlung von psychischen Erkrankungen eine Rolle?

Dr. Grossmann: Licht kann die Behandlung verschiedener psychischer Probleme unterstützen. Deshalb haben wir in unserer Klinik ein spezielles, sogenanntes zirkadianes Lichtsystem installiert: Das Licht verändert sich mit dem Tagesverlauf. Das stabilisiert den Biorhythmus, was beispielsweise die Therapie von Depressionen sowie die Behandlung von Schlafstörungen unterstützt. Vielen Patienten mit einer saisonalen Depression, der sogenannten „Winterdepression“, hilft im Rahmen der Behandlung außerdem eine morgendliche ´Lichtgabe´ von 7.000-10.000 Lux.

Über das Zentrum für Psychische Gesundheit Donaueschingen

Das Zentrum für Psychische Gesundheit Donaueschingen ist eine private Akutklinik für Menschen mit psychischen Erkrankungen. Die Fachklinik befindet sich in der Alten Wolterdinger Straße, am gleichen Standort wie die Rehabilitationsklinik MediClin Klinik am Vogelsang. www.psychische-gesundheit-donaueschingen.de

Über die MediClin

Die MediClin ist ein bundesweit tätiger Klinikbetreiber und ein großer Anbieter in den Bereichen Neuro- und Psychowissenschaften sowie Orthopädie. Mit 34 Klinikbetrieben, sieben Pflegeeinrichtungen und elf Medizinischen Versorgungszentren ist die MediClin in elf Bundesländern präsent und verfügt über eine Gesamtkapazität von rund 8.000 Betten. Bei den Kliniken handelt es sich um Akutkliniken der Grund-, Regel- und Schwerpunktversorgung sowie um Fachkliniken für die medizinische Rehabilitation. Für die MediClin arbeiten rund 8.800 Mitarbeiter.
MediClin – ein Unternehmen der Asklepios-Gruppe.

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