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So haben Entspannungstechniken langfristigen Erfolg

Pressemitteilung   •   Okt 28, 2013 11:40 CET

Blieskastel, 28. Oktober 2013. Wenn ein Patient in einer Rehabilitationsklinik regelmäßig eine Entspannungstechnik übt und dabei frühzeitig einen positiven Effekt verspürt, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass er die Übungen auch in seinem Alltag nach dem Klinikaufenthalt fortsetzt. Das zeigt eine Studie mit 411 psychosomatischen Patienten der MediClin Bliestal Kliniken anhand der Entspannungstechnik Progressive Relaxation nach Jacobson. Sinnvoll ist demnach eine Übungshäufigkeit von einmal wöchentlich.

Gerade in Zeiten ausgeprägter Beschwerden sollte geübt werden

Entspannungskurse sind wichtiger Bestandteil vieler Rehabilitationsbehandlungen. „Während des Klinikaufenthalts stellen sich bei vielen Patienten schnelle Übungserfolge ein“, erklärt Prof. Dr. med. Volker Köllner, Chefarzt der Fachklinik für Psychosomatische Medizin in den MediClin Bliestal Kliniken. „Jedoch gelingt es leider nicht allen Patienten, das Gelernte in den Alltag zu übertragen.“ Ziel der Studie war es, zu untersuchen, welche Faktoren dafür eine Rolle spielen, dass der Patient langfristig selbstständig übt. Dazu wurden die Teilnehmer bei Ankunft in der Klinik, bei Abreise und drei Monate nach Entlassung befragt.

„Das Ergebnis zeigt, dass für einen nachhaltigen Reha-Erfolg die angebotenen Entspannungskurse dem Patienten ein initiales Erleben von Entspannung ermöglichen und ihn zu einer regelmäßigen Übungsroutine motivieren müssen“, unterstreicht Köllner. Auch sollten Kursteilnehmer dazu angeregt werden, die Entspannungstechniken auch in belasteten Situationen anzuwenden – sowohl während ihres Klinikaufenthalts als auch im Rahmen der Reha-Nachsorge. Denn die Studie zeigt, dass Patienten besonders in Zeiten mit weniger ausgeprägten Beschwerden Entspannungsübungen im Alltag praktizieren. „Die präventiven und heilenden Wirkungen der Progressiven Relaxation können sich jedoch erst dann entfalten, wenn auch in Zeiten vermehrter Symptombelastung geübt wird“, betont Köllner.

Um Patienten dabei zu unterstützen, hat sich in den MediClin Bliestal Kliniken beispielsweise eine Broschüre mit einer Anleitung zum selbstständigen Üben bewährt. „Auch der Einsatz von SMS und E-Mail könnten künftig verstärkt als Motivationshilfe nach dem Klinikaufenthalt eingesetzt werden“, erklärt Köllner.

Überdies zeigt die Untersuchung, dass die Progressive Relaxation als wirksames, nachhaltiges und quasi nebenwirkungsfreies Verfahren zu Recht einen festen Platz im Therapiekonzept vieler Kliniken hat: Über die Hälfte der befragten Rehabilitanden wenden Progressive Muskelrelaxation auch drei Monate nach der Entlassung aus der Klinik regelmäßig an und können damit ihr Wohlbefinden positiv beeinflussen.

Info: Progressive Muskelrelaxation
Entspannungsverfahren gehören zu den Reha-Therapiestandards der Deutschen Rentenversicherung. Sie sind sowohl Bestandteil der Psychotherapie als auch der psychosomatischen Grundversorgung. Mit am häufigsten wird dabei die Progressive Relaxation nach Jacobson eingesetzt: Durch Anspannung und nachfolgende Entspannung einzelner Muskelgruppen kann ein umfassender Ruhezustand erreicht werden. Die Wirksamkeit ist bei zahlreichen häufigen Krankheitsbildern, wie zum Beispiel Spannungskopfschmerz, chronischem Rückenschmerz, Schlafstörungen und Bluthochdruck, sowie Symptomen von Angst und Stress wissenschaftlich gut belegt.

 Literatur: Verbesserung des Transfers von Progressiver Relaxation in den Alltag der Patienten nach stationärer psychosomatischer Rehabilitation
S. Klosterhalfen(1), K. Welsch(1, 4), N. Becker(2), D. Kraft(1, 5), V. Köllner(1, 3)
(1: MediClin Bliestal Kliniken, Fachklinik für Psychosomatische Medizin, Blieskastel, 2: Differentielle Psychologie und psychologische Diagnostik, Universität des Saarlandes, Saarbrücken, 3: Institut für Psychoanalyse, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Universitätskliniken des Saarlandes, Homburg/Saar, 4: Schmerzambulanz der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie, Homburg/Saar, 5: Klinische Psychologie und Psychotherapie; Psychotherapie, Ausbildung, Lehre, Forschung (PALF); Fachbereich I, Psychologie, Universität Trier)

Über die MediClin Bliestal Kliniken

Unter dem Dach der MediClin Bliestal Kliniken in Blieskastel befinden sich die Fachklinik für Psychosomatische Medizin, die Fachklinik für Orthopädie und Rheumatologie sowie die Fachklinik für Innere Medizin. Die Einrichtung verfügt über 471 Betten und beschäftigt 310 Mitarbeiter.

Über die MediClin

Die MediClin ist ein bundesweit tätiger Klinikbetreiber und ein großer Anbieter in den Bereichen Neuro- und Psychowissenschaften sowie Orthopädie. Mit 34 Klinikbetrieben, sieben Pflegeeinrichtungen und elf Medizinischen Versorgungszentren ist die MediClin in elf Bundesländern präsent und verfügt über eine Gesamtkapazität von rund 8.100 Betten. Bei den Kliniken handelt es sich um Akutkliniken der Grund-, Regel- und Schwerpunktversorgung sowie um Fachkliniken für die medizinische Rehabilitation. Für die MediClin arbeiten rund 8.500 Mitarbeiter.
MediClin – ein Unternehmen der Asklepios-Gruppe.

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