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Symptome nur Spitze des Eisbergs

Pressemitteilung   •   Jun 26, 2006 11:20 CEST

Bad Bodenteich, im Juni 2006. Über 50 Fachleute aus dem Bereich der stationären Psychosomatik kamen zum diesjährigen Seepark Symposium am vergangenen Freitag in die MediClin Seepark Klinik nach Bad Bodenteich. Namhafte Referenten aus dem Bundesgebiet diskutierten unter anderem über die Schwerpunkt-Themen Anorexie (Magersucht) und Bulimie (Essbrechsucht) , Adipositas, Psychische Traumatisierungen, Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) sowie Schmerzerkrankungen. "Unser Ziel war es, bewährte und neue Therapieinhalte der Krankheitsbilder, die in unserer Klinik behandelt werden, aufzuzeigen und zu beleuchten", erläutert der Ärztliche Direktor der Klinik PD Dr. med. Reiner W. Dahlbender. Zusammen mit der Chefärztin Dr. med. Susanna Cartellieri hat er das Symposium geleitet.

Nach Angaben der Ärztekammer Niedersachsen haben knapp zwei Drittel der weiblichen Jugendlichen bis zum 18. Lebensjahr mindestens einmal eine Diät gemacht. Mindestens 220.000 Menschen im Alter von 15 bis 24 Jahren leiden allein in Deutschland an einer Anorexie oder Bulimie. Typisch für an Magersucht erkrankte Menschen ist, dass, obwohl sie zu dünn sind und immer dünner werden, sie sich trotzdem zu dick fühlen und kein Krankheitsbewusstsein haben. Bulimie-Erkrankten sieht man die Essstörung in aller Regel nicht an. Dr. Dahlbender: "Die Symptome der Essstörung kann man sich als Spitze eines Eisbergs vorstellen. Die seelischen und nicht selten auch familiären Probleme liegen im Verborgenen." Viele Betroffene leiden an vermindertem Selbstwertgefühl und erhoffen sich die Lösung ihrer emotionalen und zwischenmenschlichen Probleme durch eine Gewichtsreduktion. Dadurch geraten viele von ihnen in ein selbstschädigendes Verhalten, das eine längerfristige medizinisch-psychosomatische Behandlung – nicht selten stationär – erforderlich macht, um aus dem Teufelskreis der Essstörung herauszukommen.

Reges Interesse bestand auch beim Thema Psychische Traumatisierungen. Untersuchungen belegen, dass bis zu zehn Prozent der Bevölkerung einmal im Leben unter einer so genannten posttraumatischen Belastungsstörung leidet. Unfälle, Vergewaltigungen, Überfälle, Kriegs- oder Terrorerlebnisse aber auch Mobbing am Arbeitsplatz können eine tiefe Verstörung bei den Betroffenen hervorrufen. Sie leiden unter Angstzuständen, haben Alpträume und meiden alltägliche Orte und Situationen, die sie an das Trauma erinnern. Meist fällt ihnen auch die Konzentration schwer. Ungewollt durchleben sie wieder und wieder das Trauma, haben dieselben Empfindungen, die gleichen Bilder vor Augen, hören dieselben Geräusche/Stimmen wie zum Zeitpunkt der traumatischen Erfahrung.

Über diverse Krankheitsbilder und Behandlungsschwerpunkte hinaus bot das Seepark Symposium auch eine gute Gelegenheit, das neue Behandlungsteam der Klinik bestehend aus Ärzten, Psychologen, Ernährungsfachkräften, Ergo-, Kreativ-, Physio- und Sporttherapeuten sowie Sozialarbeitern und Pflegekräften kennen zu lernen. Gleichzeitig konnten auch die inzwischen abgeschlossenen Umbaumaßnahmen zur Neugestaltung der medizinischen Untersuchungs- und Behandlungsräume, der Kinderbetreuung und der Klinikschule besichtigt werden.

 

Über die MediClin
Die MediClin ist ein bundesweit tätiger Klinikbetreiber und einer der großen Anbieter in den Bereichen Neuro- und Psychowissenschaften sowie Orthopädie. Mit 30 Klinikbetrieben, acht Pflegeeinrichtungen und zwei Medizinischen Versorgungszentren in elf Bundesländern verfügt die MediClin über eine Gesamtkapazität von rund 7.700 Betten. Bei den Kliniken handelt es sich um Akutkliniken – dies sind Krankenhäuser der Grund- und Regelversorgung, der Schwerpunktversorgung und Fachkliniken – und um Fachkliniken für die medizinische Rehabilitation. Für die MediClin arbeiten rund 6.900 Mitarbeiter.

Über die MediClin Seepark KlinikDie MediClin Seepark Klinik in Bad Bodenteich ist eine Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. Die Klinik verfügt über 195 Betten und beschäftigt 122 Mitarbeiter.

 

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