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Tai Chi und Qi Gong helfen nach Schlaganfall

Pressemitteilung   •   Aug 16, 2010 18:30 CEST

Menschen, die einen Schlaganfall erleiden, haben als Folge der Erkrankung häufig mit halbseitigen Lähmungen und einer eingeschränkten Motorik zu kämpfen. Um die eigene Beweglichkeit möglichst rasch wiederzuerlangen, ist es für Patienten wichtig, frühzeitig mit der motorischen Rehabilitation zu beginnen. Einen wertvollen Beitrag leisten dabei die chinesischen Bewegungslehren Tai Chi und Qi Gong. Die fließenden Bewegungen der fernöstlichen Sportarten fordern ein hohes Maß an koordinativer Leistung und sind dadurch ein optimales Training für das Gehirn. „Koordinative Bewegungstherapien sorgen dafür, dass im Gehirn notwendige, komplexe Bewegungsschablonen ausgebildet und abgelegt werden“, sagt Dr. Jürgen Bonnert, Chefarzt der Neurologie am MediClin Reha-Zentrum Reichshof. „Durch motorisch anspruchsvolle Sportarten werden im Gehirn mehr neuronale Vernetzungen geschaffen als bei Sportarten mit weniger komplexen Bewegungsmustern. Ausdauersportarten wie Laufen oder Fahrradfahren sind zwar gut für die Gesundheit, aber für den Aufbau des neuronalen Netzwerks weniger geeignet“, erklärt Dr. Bonnert.

Die Wirksamkeit des fernöstlichen Trainings ist durch wissenschaftliche Studien belegt. In einer Studie von Wissenschaftlern der Hong Kong Polytechnic University wurde untersucht, wie sich Tai Chi auf die Balancefähigkeit und den Gleichgewichtssinn von Schlaganfallpatienten auswirkt. Dazu wurden 136 Probanden in zwei Gruppen eingeteilt. Die eine Gruppe erhielt ein herkömmliches Trainingsprogramm, die andere Gruppe praktizierte spezielle Tai Chi-Übungen. Der Untersuchungszeitraum betrug zwölf Wochen. Bei einem Vergleich der beiden Gruppen am Ende des Untersuchungszeitraums wiesen die Teilnehmer der Tai Chi-Gruppe eine wesentlich bessere Körperbalance auf als die Probanden mit herkömmlichem Trainingsprogramm.  
Neben der Einübung von motorisch anspruchsvollen Bewegungsabläufen bieten die chinesischen Trainingsmethoden aber noch einen weiteren Vorteil: „Im Vergleich zu herkömmlichen Sportarten wie Skifahren, Geräteturnen und Tanzen, sind Tai Chi und Qi Gong sehr viel schonendere Bewegungsverfahren. Gerade für ältere Menschen, die bislang kaum Sport getrieben haben, sind die langsamen, fließenden Bewegungen leichter zu erlernen“, unterstreicht Dr. Bonnert. Im MediClin Reha-Zentrum Reichshof wird deshalb neben herkömmlichen Therapieverfahren auch Qi Gong zur Rehabilitation von Schlaganfallpatienten eingesetzt. Wer sich über diesen Therapieansatz informieren möchte, kann sich von den Spezialisten der Fachklinik für Neurologie unter der Telefonnummer 02265/995212 beraten lassen.

Über das MediClin Reha-Zentrum Reichshof
Das MediClin Reha-Zentrum Reichshof dient der medizinischen Rehabilitation und verfügt über Fachkliniken für Neurologie, Pneumologie und Onkologie. Die Einrichtung im Oberbergischen Land verfügt über 245 Betten und beschäftigt 229 Mitarbeiter.

Über die MediClin
Die MediClin ist ein bundesweit tätiger Klinikbetreiber und ein großer Anbieter in den Bereichen Neuro- und Psychowissenschaften sowie Orthopädie. Mit 34 Klinikbetrieben, sieben Pflegeeinrichtungen und zehn Medizinischen Versorgungszentren ist die MediClin in elf Bundesländern präsent und verfügt über eine Gesamtkapazität von rund 8.000 Betten. Bei den Kliniken handelt es sich um Akutkliniken der Grund-, Regel- und Schwerpunktversorgung sowie um Fachkliniken für die medizinische Rehabilitation. Für die MediClin arbeiten rund 8.000 Mitarbeiter.

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