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Weltnierentag am 12. März: Warum gesunde Nieren wichtig sind

Pressemitteilung   •   Mär 03, 2015 14:45 CET

Offenburg/Durbach, 3. März 2015. Die ständige Müdigkeit hatte Stefan P. (40) auf den Stress geschoben. Und seine dicken Beine kamen wohl vom langen Sitzen am Schreibtisch. Auch mit dem Sport lief es nicht mehr so richtig. Als die Beschwerden nicht besser werden, geht er zum Hausarzt. Die Diagnose ist ein Schock: fortgeschrittene Niereninsuffizienz, das heißt, die Nieren funktionieren nur noch zum Teil. 

Mit diesem Beispiel eines Patienten veranschaulicht Prof. Dr. Jürgen Wagner, Experte für Nierenerkrankungen an der MediClin Staufenburg Klinik in Durbach bei Offenburg, eine tückische Eigenschaft von Nierenkrankheiten: „Diese verlaufen oft still und werden oft erst erkannt, wenn sie schon weit vorangeschritten sind. Manchmal schäumt der Urin auffällig oder es wird Blut im Urin nachgewiesen, aber diese Fälle sind rar. Die meist Zeit ist kaum etwas zu spüren, auch funktioniert die Urinausscheidung bis zuletzt. Die wesentlichen Symptome, vor allem der Bluthochdruck - den fast alle Patienten haben- sind unspezifisch.“

Nicht nur Erkrankungen der Niere selbst schädigen das Organ. Die Niere ist auch oft „Opfer“ anderer Erkrankungen wie von langjährigem Diabetes oder Bluthochdruck, so Wagner. Diese sind bei ca. 50 bis 70 Prozent aller Dialysepatienten für den Nierenschaden verantwortlich. „Umgekehrt kann aber auch eine geschädigte Niere selbst zum ‚Täter‘ werden und andere Erkrankungen begünstigen“, erklärt der Arzt: So schreitet die Gefäßverkalkung bei einer Niereninsuffizienz noch rascher voran und Herzerkrankungen verlaufen schlimmer.

Richtige Lebensweise kann Nieren schützen

„Der Prozess der Nierenschädigung kann sich ab einem bestimmten Grad verselbstständigen. Dann droht unabhängig von der Grunderkrankung ein fortschreitendes Nierenversagen.“ Davon seien Hochrechnungen zufolge etwa vier Millionen Deutsche betroffen. „Der beste Weg, um sich davor zu schützen, ist es, eine Nierenschädigung so früh wie möglich zu erkennen - möglichst, bevor sie sich voll entwickelt hat“, betont Wagner. „Die wichtigste Vorsorgemaßnahme ist der Besuch beim Arzt, da man selbst die Anzeichen oft nicht erkennt. Der Arzt kann mit einer Blut- und Urinuntersuchung eine mögliche unerkannte Nierenerkrankung ausschließen.“

Auch, wenn bereits eine Niereninsuffizienz vorliegt, kann der Schädigungsprozess in vielen Fällen gestoppt werden, unterstreicht Wagner. „Der Verlauf kann durch die richtige Lebensweise gut selbst beeinflusst werden.“ Die wichtigsten Verhaltensregeln: Der Blutdruck sollte dauerhaft auf Normalwerte unter ‚140/90‘ eingestellt und die Ernährung eiweißreduziert sein. Faustregel sind ca. 60 Gramm Eiweiß pro Tag bei einer 80 kg schweren Person. Auch sollte man bei einer Nierenschwäche höchstens sechs Gramm Kochsalz pro Tag zu sich nehmen, knapp die Hälfte von dem, was in Deutschland täglich verzehrt wird. Bei Diabetikern sollte der Zucker gut eingestellt und das Gewicht reduziert werden. „Wichtig ist auch, dass man solche Schmerzmittel verwendet, die die vorgeschädigte Niere nicht belasten“, erklärt Wagner. 

Viele verbreitete Schmerzmittel wie Ibuprofen sind nicht geeignet. „Und Zigarettenrauchen ist für die geschädigte Niere mindestens genauso schlecht wie für die Lunge.“ Dazu gibt es eine ganze Reihe weitere Risikofaktoren, über die der behandelnde Arzt jeweils aufklärt.

Betroffene müssen lernen, Erkrankung selbst zu „managen“

Eine Nierenschädigung kann auch schwerwiegende Auswirkungen im Beruf bedeuten. Berufe, in denen man schwer heben muss oder bei denen man dauerhaft Nässe und Kälte ausgesetzt ist, können nicht mehr ausgeübt werden. „Die notwendigen Veränderungen im Lebensstil sind vielfältig, komplex und nicht immer leicht umzusetzen“, unterstreicht Wagner. „Es ist sehr wichtig, dass die Betroffenen gut über ihre Erkrankung Bescheid wissen.“ Helfen kann der Aufenthalt in einer Rehabilitationsklinik, die auf diese Erkrankungen spezialisiert ist. Hier lernen Menschen mit einer Nierenerkrankung, sich langfristig selbst zu „managen“, um die Nierenfunktion zu erhalten. Auch berufliche Fragen können während eines Rehabilitationsaufenthaltes mit fachlicher Unterstützung angegangen werden.

Das Wichtigste für Nierenpatienten auf einen Blick:

  • Regelmäßige Blut- und Urinuntersuchung beim Arzt
  • Blutdruck sollte auf Normalwerte eingestellt sein
  • Eiweißreduzierte und kochsalzarme Ernährung
  • Gute Zuckereinstellung bei Diabetes
  • Gewichtsnormalisierung
  • Nierenschonende Schmerzmittel verwenden
  • Nichtrauchen

Kontakt
Professor Dr. med. Jürgen Wagner
MediClin Staufenburg Klinik
Burgunderstraße 24, 77770 Durbach
Tel. 0781 473-0

Info: Weltnierentag am 12. März

Initiatoren sind die International Society of Nephrology und die International Federation of Kidney Foundations. Ziel des weltweiten Aktionstags ist es, die Prävention von Nierenerkrankungen in den Vordergrund zu stellen. Weitere Informationen: Deutsche Gesellschaft für Nephrologie, http://www.dgfn.eu/aktuell.html

Die MediClin Staufenburg Klinik

Die MediClin Staufenburg Klinik ist eine Fachklinik für Innere Medizin mit den Fachabteilungen Stoffwechselerkrankungen und Diabetologie (DDG Zertifizierung als Diabetologikum), für Nephrologie und Transplantationsnachsorge, Onkologie, Orthopädie und Urologie. Die Klinik verfügt über 267 Betten und beschäftigt 210 Mitarbeiter.

Über die MediClin

Die MediClin ist ein bundesweit tätiger Klinikbetreiber und ein großer Anbieter in den Bereichen Neuro- und Psychowissenschaften sowie Orthopädie. Mit 34 Klinikbetrieben, sieben Pflegeeinrichtungen und zehn Medizinischen Versorgungszentren ist die MediClin in elf Bundesländern präsent und verfügt über eine Gesamtkapazität von rund 8.000 Betten. Bei den Kliniken handelt es sich um Akutkliniken der Grund-, Regel- und Schwerpunktversorgung sowie um Fachkliniken für die medizinische Rehabilitation. Für die MediClin arbeiten rund 8.800 Mitarbeiter.

MediClin – ein Unternehmen der Asklepios-Gruppe.

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