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Wie wird man gesund alt?

Pressemitteilung   •   Mär 17, 2016 14:25 CET

Nachbericht der Fortbildungsveranstaltung vom 2. März 2016

Donaueschingen, 17. März 2016. „Wie wird man gesund alt? ‚Anti-Aging‘ für Psychiater, Psychosomatiker und Psychotherapeuten“: So lautete der Titel der ersten Veranstaltung der Fortbildungsreihe 2016 am MediClin Zentrum für Psychische Gesundheit in Donaueschingen. Damit wird die Fortbildungsreihe der Klinik fortgeführt, die 2015 ins Leben gerufen wurde und sich aus regelmäßigen Vorträgen namhafter Referenten zusammensetzt.

Als erste Referentin in diesem Jahr war am Mittwoch, 2. März 2016, Prof. Gabriela Stoppe, Fachärztin für Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie und klinische Geriatrie, in Donaueschingen zu Gast. Gesund alt werden – ein wichtiges Thema, gerade in Hinsicht auf den demographischen und sozialen Wandel. Darauf wies auch Dr. Björn Grossmann, Chefarzt des Zentrums für Psychische Gesundheit, in seiner Ansprache und Einführung in den Vortrag hin. Er machte deutlich, dass die Lebenserwartung in Deutschland in den letzten Jahrzehnten deutlich angestiegen ist. Die hiermit verbundenen Herausforderungen an die Bevölkerung verursachen Ängste und Unsicherheit.

In ihrem Vortrag verwies Prof. Stoppe auf eine Studie, bei der die Lebenserwartung von im Kloster lebenden Männern und Frauen untersucht wurde. Das Ergebnis: Der Unterschied in der Lebenserwartung fällt hier deutlich geringer aus als in der Allgemeinbevölkerung. Die niedrigere Lebenserwartung von Männern in der Allgemeinbevölkerung gegenüber der von Mönchen legt die Vermutung nahe, dass der Unterschied in der Lebenserwartung zwischen Männern und Frauen weniger auf biologische Faktoren, sondern vielmehr auf Umweltfaktoren sowie auf Unterschiede im Lebensstil und dem Gesundheitsbewusstsein zurückzuführen sind. Vor allem frühkindliche Erfahrungen, kritische Lebensereignisse, der sozioökonomische Status und die Bildung seien laut Stoppe wesentliche Faktoren mit Einfluss auf die Lebenserwartung.

Auswirkungen von Alterungsmechanismen

Im weiteren Verlauf führte die Referentin einige somatische und evolutionsbiologische Alterungstheorien ein. Ein gemeinsamer Nenner dieser Theorien: Die Akkumulation somatischer Schäden könne für den Alterungsprozess verantwortlich gemacht werden. Alterungsmechanismen sind hierbei:

a) Schädigungen und Reparaturen der DNS,

b) Mutationen und Akkumulation in der mitochondrialen DNS sowie

c) Telomerkürzung und Blockierungen des Zellzyklus.

Bei der Untersuchung dieser Alterungsmechanismen seien Unterschiede zwischen den Mechanismen psychisch gesunder und psychisch beeinträchtigter Menschen festgestellt worden. Dieses Ergebnis passe zur vergleichsweise niedrigeren Lebenserwartung psychisch kranker Menschen.

Der Umgang mit Veränderungen im Alter

„Mit zunehmendem Alter verändern sich physiologische Regulationssysteme“, berichtete Stoppe weiter. So kommt es u.a. zu einer Zunahme von Augenerkrankungen, zu einer verringerten Gehörleistung, einer verringerten Multitasking-Fähigkeit („stops walking when talking“) und einer erhöhten Gangunsicherheit. Im Bereich der kognitiven Leistungsfähigkeit kommt es primär zu einer Abnahme der fluiden Intelligenz und zu einer verringerten Gedächtnisleistung. Die Geschwindigkeit und Flexibilität des Denkens lässt nach, wobei dies nicht zwingend mit qualitativen Leistungseinbußen verbunden sein muss. Der „Theorie des erfolgreichen Alterns“ zufolge können ältere Menschen Aufgaben aufgrund ihres umfangreichen Erfahrungsschatzes selektieren, optimieren und über diese Strategie Leistungsdefizite kompensieren (SOC-Modell). Auch die subjektive Wahrnehmung des eigenen Alters (sog. Altersbilder) einen Einfluss auf die Lebenserwartung, so Stoppe.

Dass ältere Menschen gegenwärtig zufriedener seien, als angenommen, sei vor allem auf die Erwartungshaltung zurückzuführen. „Fällt der Ist-Soll-Vergleich positiv aus, so führt dies zu einer hohen Zufriedenheit im Alter“, erklärte Stoppe. Eine große Sorge in der Bevölkerung sei aber die Möglichkeit, an einer Altersdemenz zu erkranken. Doch hier gibt Prof. Stoppe Entwarnung: Den Ergebnissen der Framingham-Herz-Studie zufolge ist die Inzidenz von Altersdemenzen zwischen 1980 und 2010 von 3,6 auf 2,0 Prozent gesunken.

Am Ende des Vortrags konnten die anwesenden Psychiater, Psychosomatiker, Psychotherapeuten und Allgemeinmediziner ihre Erfahrungen austauschen. Der nächste Vortrag der Fortbildungsreihe 2016 findet am 29. Juni 2016 um 17 Uhr statt. Dr. Bernhard Mäulen, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, referiert dann zum Thema: „Selbstfürsorge und Balance bei Psychiatern und Psychotherapeuten“.

Pressekontakt:

Dr. med. Björn Grossmann
Chefarzt des Zentrums für Psychische Gesundheit Donaueschingen
Alte Wolterdinger Straße 80
78166 Donaueschingen

Tel. 0771/ 851-700
bjoern.grossmann@mediclin.de

Über das Zentrum für Psychische Gesundheit Donaueschingen
Das Zentrum für Psychische Gesundheit Donaueschingen ist eine private Akutklinik für Menschen mit psychischen Erkrankungen. Die Aufnahme gesetzlich versicherter Patienten ist nach Einzelfallbewilligung der jeweiligen Krankenkasse möglich. Die Fachklinik befindet sich in der Alten Wolterdinger Straße, am gleichen Standort wie die Rehabilitationsklinik MediClin Klinik am Vogelsang.
Info:www.psychische-gesundheit-donaueschingen.de

Über die MediClin

Die MediClin ist ein bundesweit tätiger Klinikbetreiber und ein großer Anbieter in den Bereichen Neurologie, Psychosomatik, Psychiatrie, Orthopädie sowie Geriatrie. Mit 34 Kliniken, sieben Pflegeheimen und acht Medizinischen Versorgungszentren ist die MediClin in elf Bundesländern präsent und verfügt über eine Gesamtkapazität von rund 8.000 Betten. Bei den Kliniken handelt es sich um Akutkliniken der Grund-, Regel- und Schwerpunktversorgung sowie um Rehakliniken. Für die MediClin arbeiten rund 9.000 Mitarbeiter.
MediClin – ein Unternehmen der Asklepios-Gruppe.

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