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„Wir möchten mit dem Tabuthema brechen“

Pressemitteilung   •   Mär 29, 2017 09:38 CEST

Chefarzt Dr. Jan Hinnerk Stange lässt sich von den Stomaträgern Ulrike Junkernheinrich-Claaßen und Barthold Dietz wichtige Pflegeutensilien zeigen.

Ehrenamtliche der ILCO Paderborn beraten regelmäßig Darmkrebspatienten in der MediClin Rose Klinik zum Thema künstlicher Darmausgang

Horn-Bad Meinberg, 29. März 2017. Wenn Barthold Dietz nach dem Schlüssel für die Behindertentoilette fragt, erntet er häufig verstörende Blicke, denn der 83-Jährige ist gut zu Fuß und nichts deutet äußerlich auf eine Behinderung hin. „Man sieht es uns eben nicht an“, erzählt er. Und damit meint er den künstlichen Darmausgang (Stoma), der ihm vor 20 Jahren nach einer Darmkrebserkrankung gelegt worden ist. Auch Ulrike Junkernheinrich-Claaßen, 48, ist seit zehn Jahren Stomaträgerin und kennt sämtliche Vorurteile. Beide engagieren sich in der Selbsthilfegruppe ILCO in Paderborn und beraten in der MediClin Rose Klinik in Bad Meinberg Darmkrebspatienten.

Für Chefarzt Dr. Jan Hinnerk Stange ist die Kooperation mit der ILCO ein integraler Bestandteil des Rehaplanes in der Klinik. Den „Darmkrebsmonat“ März nimmt er zum Anlass, um den Einsatz der Ehrenamtlichen zu würdigen. Schließlich geht es um geschätzte 100.000 Stomaträger in Deutschland und mehr als 60.000 Darmkrebsneuerkrankungen im Jahr. „Diese Beratung auf Augenhöhe, das Aufeinandertreffen von erfahrenen und unerfahrenen Betroffenen ist unersetzlich“, erläutert Stange. „Die Patienten bekommen Informationen, aber vor allem auch Zuversicht. Sie sehen, wie gut man mit einem Stoma leben kann, wenn die Versorgung passt.“

Das bestätigt Ulrike Junkernheinrich-Claaßen aus eigener Erfahrung. Nach ihrer Darmkrebserkrankung vor zehn Jahren empfand sie es zunächst als Schock, dass sie ein Stoma bekommen sollte. „Ich erinnere mich noch gut daran, wie das war, als die Stomatherapeutin begann, auf meinem Bauch anzuzeichnen“, erzählt sie. „Wie für die meisten war das für mich erst mal ein Albtraum. Aber die Möglichkeiten, wieder in ein normales Leben zurückzukehren, sind gut.“ Es habe eine Weile gedauert, bis sich die Ernährung eingespielt und sie die passende Stoma-Versorgung gefunden habe. Nun aber arbeitet sie wieder als Krankenschwester, kann schwimmen und in die Sauna gehen und ein nahezu uneingeschränktes Leben führen.

In der MediClin Rose Klinik sind Barthold Dietz und Ulrike Junkernheinrich-Claaßen bei Patienten und Ärzten gern gesehene Gäste. „Die meisten Patienten freuen sich über die Informationen und Hinweise. Unser Vorteil ist, dass wir selbst betroffen sind und wissen, wie sich die Patienten fühlen und worauf sie achten müssen“, meint Barthold Dietz. Mit ganz konkreten Tipps wie einem Ernährungstagebuch, dem Umgang mit dem Arbeitgeber oder den passenden Pflegemitteln helfen die Ehrenamtlichen weiter, damit am Ende die Botschaft von Barthold Dietz ankommt: „Wir wollen nichts schön reden, aber man kann gut damit leben.“

ILCO

Die Deutsche ILCO e.V. ist eine Selbsthilfeorganisation für Stomaträger und Menschen mit Darmkrebs. Der Name ILCO leitet sich von den Anfangsbuchstaben der medizinischen Bezeichnungen Ileum (= Dünndarm) und Colon (= Dickdarm) ab. Im Kreis Lippe gibt es keine eigene Ortsgruppe. Die ILCO-Gruppe Paderborn steht unter der Leitung von Ulrike Junkernheinrich-Claaßen und ist unter der Nummer 05257-930148 oder der Mailadresse u.junkernheinrich@teleos-web.de erreichbar. (www.ilco.de)

Über die MediClin Rose Klinik
Die MediClin Rose Klinik in Horn-Bad Meinberg ist ein überregional angesehenes Fachzentrum für onkologische, orthopädische und rheumatologische Rehabilitation. Zu der Einrichtung gehört auch ein Zentrum für Traditionelle Chinesische Medizin. Insgesamt bietet die Klinik 230 Betten. In der Klinik sind rund 180 Mitarbeiter beschäftigt.
Zum MediClin-Standort Bad Meinberg gehören auch die MediClin Seniorenresidenz Am Rosengarten und der MediClin Ambulante Pflegedienst Am Rosengarten. Insgesamt beschäftigt MediClin rund 230 Mitarbeiter am Standort Horn-Bad Meinberg.

Über MediClin
Zu MediClin gehören bundesweit 49 Gesundheitseinrichtungen der Bereiche Akutbehandlung, Rehabilitation, Pflege und präventive Medizin. Mit Kliniken, Pflegeeinrichtungen und Medizinischen Versorgungszentren ist MediClin in elf Bundesländern präsent und verfügt über eine Gesamtkapazität von rund 8.100 Betten. Damit steht MediClin für eine umfassende patientenorientierte Behandlung im Krankenhaus, in der Rehaklinik und der Pflegeeinrichtung – entlang des gesamten medizinischen und pflegerischen Behandlungsprozesses.Für MediClin arbeiten rund 9.300 Mitarbeiter.
MediClin – ein Unternehmen der Asklepios-Gruppe.

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